Der eigenen Nase gefolgt
Von den Appenzellern sagt man, dass sie immer ihren eigenen Weg gingen. Das trifft auch auf ihre Spezialität, den Appenzeller Käse zu. Da ist vor allem der einzigartig würzige Geschmack, es ist aber auch die Markenpolitik, die zur starken Identität des Käses geführt hat. Noch immer wird Appenzeller Käse in Dorfkäsereien wie auch in der Schaukäserei Stein hergestellt, vermarktet wird er aber gemeinsam. So ist auch sein Erfolg zu erklären.
Die Geschichte des Appenzeller Käses begann vor über 700 Jahren, als ihn die Sennen noch auf der Alp herstellten und dem Kloster St. Gallen als Zehnten lieferten. Seither ist Käsen in der Region Tradition.
Das Besondere daran ist die Pflege mit der Kräutersulz: Mit ihr wird der Käse regelmässig eingerieben, sie verleiht ihm den unverwechselbaren Geschmack. Die genaue Zusammensetzung der Kräutersulz wird bis heute nur unter wenigen Eingeweihten weitergegeben und bleibt sonst geheim.
Im Zeichen der Qualität
Eine der Stärken von Appenzeller Käse ist die natürliche Basis der Weiden zwischen Alpstein und Bodensee - die Kühe werden nur mit Gras und Heu gefüttert. Damit sich die Produktion zurückverfolgen lässt, kommt auf jeden Käse eine Marke mit allen Daten. Und zum Schluss prüft ihn ein unabhängiges Taxationskomitee auf Lochung, Teig, Geschmackseigenschaften sowie Äusseres. Jeder Laib muss 18,5 von 20 möglichen Punkten erreichen.
In sechs Sorten erhältlich
Appenzeller Käse bietet für jeden Geschmack etwas - von mild bis räss. Appenzeller CLASSIC, SURCHOIX, EXTRA unterscheiden sich durch die Dauer der Lagerung und deshalb durch die unterschiedliche Ausprägung des Aromas. Dazu kommen der 1/4-fett mild und 1/4-fett räss sowie der Appenzeller Käse nach BIO-SUISSE-Richtlinien. Daneben werden aus dem Käse weitere Produkte hergestellt wie etwa das Appenzeller Fertig-Fondue.
Man kennt und erkennt ihn
Appenzeller Käse wurde immer nur in Appenzell Inner- und Ausserrhoden sowie in Teilen der Kantone Thurgau und St. Gallen produziert. Zum Glück, denn umso besser können nun die Milchproduzenten, Käser und Händler ihr Produkt gemeinsam vermarkten und die Marke schützen. Das hat übrigens erstmalig für einen Käse ein Bundesgerichtsurteil gestützt. Der Erfolg zeigt sich am Verkauf im Ausland: In Deutschland etwa ist sie die Schweizer Käsemarke Nummer Eins und setzt heute mehr Käse ab als in der Schweiz.